„Ich bin
heute Abend
wieder zu Hause“
Ambulantes Operieren: BAO-Studie
belegt hohe Patientenzufriedenheit
April 2010:
Die Patienten sind mit der Qualität von ambulanten Operationen sehr
zufrieden. Das hat eine aktuelle Studie der Ludwig-Maximilians-Universität
München (LMU) in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns
(KVB) ergeben. Eine stärkere Förderung ambulant durchgeführter Eingriffe
könnte zudem ein Einsparpotenzial von jährlich bis zu 515 Millionen Euro
für das Gesundheitssystem bringen, wie ein aktuelles Gutachten des
Bayreuther Gesundheitsökonomen Professor Dr. Peter Oberender zeigt. Im
Rahmen einer Pressekonferenz heute (19. April 2010) in Berlin stellten die
beteiligten Kooperationspartner – die KV Bayerns (KVB), der Bundesverband
Ambulantes Operieren (BAO) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
– die Ergebnisse erstmals öffentlich vor.
Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV, erklärte: „Die Studie
der KVB und der LMU sowie das Gutachten im Auftrag des BAO belegen
eindrucksvoll, dass das ambulante Operieren zwei wesentliche Vorteile hat:
Es ist meist kostengünstiger und garantiert höchste Qualität. Außerdem
freuen wir uns darüber, dass die Patienten, die sich für eine ambulante
Operation entscheiden, diese Vorteile klar erkennen. Die Zufriedenheit der
Patienten mit ambulanten Operationen ist sehr hoch.“ Um die Vorteile
ambulanter Operationen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, hat
die KBV mit der KVB eine Patienten- sowie eine Fachbroschüre
veröffentlicht.
Dr. Axel Munte, Vorstandsvorsitzender der KVB, stellte die Ergebnisse zur
Zufriedenheit der Patienten mit ambulanten Operationen und zum
postoperativen Behandlungsverlauf vor. So hätten 97,5 Prozent der
Patienten den Eingriff mit ‚sehr gut’ oder ‚gut’ bewertet. 95,5 Prozent
der Patienten würden sich, falls notwendig, wieder einer ambulanten
Operation unterziehen. Zudem hätten 94,9 Prozent der Patienten das Gefühl
gehabt, zuhause nach dem Eingriff ausreichend betreut zu sein. „Dies zeigt
eines ganz deutlich: Die niedergelassenen Operateure und Anästhesisten
bieten eine hohe Qualität“, sagte Munte.
Dr. Axel Neumann, niedergelassener Chirurg aus München und Präsident des
BAO, begrüßte die durchwegs sehr positiven Ergebnisse der neuen Studie.
„Sie belegen die hohe Prozessqualität der untersuchten Eingriffe in
vertragsärztlichen Praxen und Operationszentren und die daraus
resultierende hohe Patientenzufriedenheit“, so Neumann. Nehme man noch die
Ergebnisse des Gutachtens von Professor Oberender hinzu, dann zeigten sich
die Vorteile des ambulanten Operierens deutlich. Neumann stellte dies bei
der Pressekonferenz in Berlin exemplarisch am Beispiel arthroskopischer
Operationen von Meniskusschäden am Kniegelenk dar. Während ein solcher
Eingriff in anderen europäischen Ländern in durchschnittlich 90 Prozent
der Fälle ambulant erbracht würde, liege die Quote in Deutschland derzeit
nur bei 32,5 Prozent. „Verglichen mit den Kosten eines stationären
Aufenthalts bei einer Verweildauer von einem Tag, könnten bei ambulanter
Durchführung pro Fall rund 290 Euro eingespart werden. Allein bei
Meniskusoperationen – je nach Berechnungsszenario – lassen sich durch die
konsequente Verlagerung stationärer Eingriffe in den ambulanten Bereich
jährlich 5,3 bis 38,9 Millionen Euro einsparen“, erklärte Neumann. Im
Rahmen des Gutachtens wurden die Kosten von 25 häufigen ambulanten
Operationen aller Fachgebiete für den ambulanten und den stationären
Sektor verglichen. So ergab sich ein potenzielles Einsparvolumen von knapp
515 Millionen Euro jährlich.
„Angesichts solcher Zahlen wäre es nun dringend angezeigt, das Motto
,ambulant vor stationär’ endlich auch in Deutschland konsequent
umzusetzen. In Zeiten knapper Kassen muss es in unser aller Interesse
sein, mit den Ressourcen schonend umzugehen. Deshalb appellieren wir an
Politik und Krankenkassen, das ambulante Operieren stärker zu fördern“, so
das Fazit von KVB-Chef Munte.